In jedem Berufsfeld tummeln sich Brunnenfrösche, Korinthenkacker und Schleimer! Einen gab es auch in meiner Abteilung – nennen wir ihn M. Er war alles in einer Person: ein echtes Multitalent! (0#) Ein begnadeter Schönredner mit bemerkenswertem Temperament – bis dieser einen Satz formuliert hatte, war fast schon Feierabend. Und wenn er diesen auch noch zu Papier bringen sollte, vergingen Annalen, bis dass das Kunstwerk vollbracht war. Zunächst mit unseren Xerox-Anlagen, schlimmer noch später am PC, war er ein hoffnungs- loser Fall – zumindest was die Ansprüche für Mediendesign betraf. Ich hätte ihm sicher unter die Arme gegriffen, aber seine Arroganz und Überheblichkeit standen dem im Wege. Seine (eingebildete) Wichtigkeit unterstrich dieser gebürtige schwäbische Unterländer insbesondere in seinen (missglückten) Versuchen, geschraubtes Hochdeutsch zu reden. Somit glaubte er wohl ernsthaft, sich vom normalen Volk “abzuheben”. Schlimmer noch: Seine Unbeholfenheit stellte ihn unter den Verdacht, dass er garnicht arbeiten wollte – er wollte lieber über den Dingen stehen, “managen”. Arbeiten war was für das niedere Volk. Aber dafür ließ er es an Fach-, Führungs- und Sozialkompetenz mangeln. Noch zu Zeiten von Schere und Klebstoff war er für die Erstellung zweier umfangreicher Prospekte zuständig: und das dauerte ... Das ständige Feilen an Texten und i-Tüpfelchen beanspruchte ihn derart, dass er beantragte, dies zu Hause zu tun, so sehr warf ihn die geringste Ablenkung aus dem Gleis. Als besonders schlimm empfand ich, dass er Prospekte für Software wie eine Bedienungsanleitung aufzog. Ständig war er am Erbsen zählen, anstatt sich auf das Wesentliche und Wichtige zu konzentrieren. Seinen Chefs genügte das alles, denn sie erhöhten sein Gehalt und machten ihn zum Chef-Stellvertreter. Schließlich war er ja Diplomingenieur (Uni). Nicht dass ich ihm das neidete, aber ab dann hielt er die 35-Stunden-Woche akribisch ein. Und über was sollte ich mich denn mit ihm auseinandersetzen? Nicht einmal über seinen Führungsstil, denn da war keiner vorhanden. Aus damaliger Sicht war nicht verständlich, weshalb das geduldet wurde. Später wurde mir klar, welche Machtverhältnisse vorlagen, und wessen Hände dabei gebunden waren, bzw. wem das nützte und wem das schaden sollte. Aber irgendwann hat sich das Elend von selbst erledigt: Nachdem der Bereich zweigeteilt wurde und ihn keiner mehr haben wollte, wurde er ins Zentrale Marketing “entsorgt”, wo er weiterhin eine ruhige Kugel schob – genau so wie bei seiner später ausgeübten Sportart. Einen besonderen Beweis für seine Schleimerei gab er von sich, als er eines Tages bei meinem Chef anrief, um ihm mitzuteilen, dass ich von Deutsch keine Ahnung hätte – mein Chef hatte dabei versehentlich die Mithöreinrichtung eingeschaltet, was M. nicht ahnte. Ebensowenig ahnte er, daß ich zufällig anwesend war und das alles mithörte! Spätestens ab da war mir klar: wer solche Kollegen hat, braucht keine Feinde! Irgendwann hatte er auch dort keinen Einfluss mehr und sicher wäre er gegangen worden, wenn er nicht leider krank geworden wäre. … wer nichts arbeitet, macht keine Fehler - (oder doch?) Mein lieber Brunnenfrosch, Ehre, wem Ehre gebührt. “Bedeutenden Menschen” gehört ein Denkmal gesetzt, und sei es nur als schlechtes Beispiel! Diese ausführliche Würdigung musste ich Ihnen antun – das haben Sie schließlich verdient!
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Mehr über ...
Ich habe nichts gesagt – und das wird man wohl noch sagen dürfen ...
… If I were a rich man …
… Try and Error
Ich selbst fühlte mich nur in Schuhen wohl, die auch zu mir passten also habe ich keine Führungsposition angestrebt. Dieser Rat wäre für unseren Brunnenfrosch unbrauchbar gewesen, denn für ihn gab es keine Schuhe … … nicht einmal solche! Er hätte also barfuß gehen müssen!
Fazit
Natürlich gab es noch weitere Brunnenfrösche, die mein Berufsleben kreuzten – aber nur dieser war wirklich perfekt! Drum lassen wir es dabei …
I think I `m allergic for work
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Wolfgang und Waltraud Zeiler
Wer kennt sie nicht, diese imaginären Lichtgestalten! In Kleinfirmen haben sie ein schlechtes Leben. Aber in Großfirmen tummeln sie sich meist unerkannt und treiben ihr Unwesen: Mit Luftworten verpesten sie ihre Umgebung, und scheinbar niemand erkennt, dass sie eigentlich mehr als entbehrlich sind. Allenfalls erwecken sie Eindruck, tragen jedoch zur Wertschöpfung keinen Deut bei. Ihr meist “erfolgreiches” Dasein begründet sich in der Unwissenheit um deren Schadenspotenzial, welches sich in diesen Strukturen schlecht beziffern lässt. Und meist ist es für die Entscheider bequemer, wegzuschauen als sich dem mühsamen Entsorgungsprozedere zu stellen. Also wartet man auf betriebliche Umstrukturierungen, um dieselben “betriebsbedingt” loszuwerden. Mit Blick auf die Sozialauswahl sind sie dann durch Gewerkschaft und Betriebsrat (… die braucht man ja nur in höchster Not …) besonders geschützt. Also treiben sie weiter ihr Dasein, gewissermaßen in Koexistenz zur Bequemlichkeit und Unfähigkeit Ihrer Vorgesetzten, dessen sich diese “Existenzen” durchaus bewusst sind!
Müll-Null-Beseitigung
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Brunnenfrösche …
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